US Arbeitsmarktdaten als negativ gesehen
Die USA profitierten vom schwachen Dollar und konnten ihre Exporte steigern. In Amerika gab es ebenfalls zahlreiche Wirtschaftsdaten. Besonders negativ wurde der Anstieg der Arbeitslosenzahl dargestellt. Mit einem Anstieg um 10 Prozent, der gleichzeitig der stärkste Anstieg seit 22 Jahren war, wurde in der Presse Weltuntergangsstimmung verbreitet. Die US-Börsen reagierten dementsprechend mit größeren Verlusten. Jedoch sollte man berücksichtigen, dass eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent im internationalen Vergleich sehr niedrig ist. Aber auch positive Zahlen gab es in den USA. Die Einzelhandelsumsätze sind trotz des sinkenden Verbrauchervertrauens im vergangenen Monat unerwartet gut ausgefallen. Die Umsätze stiegen doppelt so stark wie von Volkswirten erwartet. Dies verringert erneut die Wahrscheinlichkeit eines Rückgangs des privaten Konsums im kommenden Quartal. Die ersten Unternehmenszahlen für das zweite Quartal, z.B. von Adobe Systems, zeigten, wie von uns erwartet, dass die Unternehmensgewinne stärker gestiegen sind als von den Analysten zu Jahresbeginn prognostiziert. Auch bei der größten amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs wurden die Analysten eines besseren belehrt. Erwarteten sie für das zweite Quartal noch einen Gewinneinbruch von 30 Prozent, lag der Gewinn pro Aktie sogar ähnlich dem des gleichen Quartals des Vorjahres. Ein Zeitpunkt, an dem noch niemand an die Finanzkrise dachte! Die nun anfangende Berichtssaison sollte zeigen, dass die Analysten in der Regel vorsichtiger und zurückhaltender in ihren Erwartungen waren, als es die derzeitige Wirtschaftskraft in Wirklichkeit ist. An den amerikanischen Kapitalmärkten wechselten sich, ähnlich wie in Europa, Finanzkrise, Rezessionssorgen, Unternehmenszahlen und Konjunkturerwartungen ab und sorgten mangels fundamentaler Daten für starke Schwankungen.
Während man in Europa von steigenden Zinsen ausgeht, ist laut Analysten in Amerika alles möglich. Die Mehrheit der US-Primärhändler (primary dealers) geht davon aus, dass auch zum Jahresende der Leitzins noch bei 2 Prozent liegt. Einzelne gehen aufgrund der Inflationssorge von einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte bis Ende des Jahres aus. Nur noch eine Minderheit hält an der Einschätzung fest, dass die US-Notenbank FED bis Ende des Jahres aufgrund der Rezessionsrisiken den Leitzins weiter senken wird. Auf ihrer Sitzung Ende Juni beließ die FED den Leitzins bei 2 Prozent.
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