Tariflöhne steigen an

Düsseldorf (ddp). Die Tarifabschlüsse im ersten Halbjahr 2008 sind
im Durchschnitt höher ausgefallen als im vergangenen Jahr. Wie das
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der
gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Mittwoch in Düsseldorf
mitteilte, bringen die bislang in diesem Jahr abgeschlossenen
Tarifverträge den Beschäftigten im Durchschnitt Einkommenserhöhungen
von 4,6 Prozent. Hauptanteil am Lohnzuwachs hätten die «positiven
Abschlüsse bei Stahl, Chemie und im öffentlichen Dienst».

In anderen Branchen wie dem Steinkohlenbergbau oder den Hotels und
Gaststätten sind die Abschlüsse dagegen laut WSI deutlich niedriger
ausgefallen. Rechne man die Tarifabschlüsse mit ihren
unterschiedlichen Laufzeiten auf das Jahr um und berücksichtige auch
die Branchen mit länger laufenden Abschlüssen aus dem Vorjahr, dann
ergebe sich eine vorläufige jahresbezogene Tarifsteigerung für 2008
von 3,3 Prozent. Im vergangenen Jahr gab es ein Lohnplus von 2,2
Prozent.

«Angesichts einer laufenden Preissteigerungsrate von rund drei
Prozent wird mit dieser Tarifsteigerung gesamtwirtschaftlich immerhin
eine kleine tarifliche Reallohnsteigerung erreicht», sagte der Leiter
des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck. «In manchen Branchen haben
die Beschäftigten in diesem Jahr gute Chancen auf ein kräftigeres
Plus.» Dies sei auch das Ergebnis einer hohen Mobilisierungsfähigkeit
der Gewerkschaften und der Bereitschaft der Beschäftigten, sich an
Arbeitskämpfen zu beteiligen.

Im ersten Halbjahr 2008 schlossen die DGB-Gewerkschaften demnach
für rund 4,4 Millionen Beschäftigte neue Lohn- und
Gehaltstarifverträge ab. Das war laut WSI ein knappes Viertel der von
Tarifverträgen erfassten Arbeitnehmer. Für weitere 4,6 Millionen
Beschäftigte wurden die Tarifsteigerungen für 2008 bereits im Vorjahr
vereinbart.

Benutzer, die diese Seite fanden, suchten auch nach:

  • auto

Schreib einen Kommentar!

Du kannst diese XHTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>