Geschäft der Banken in Gefahr?

Geschäft der Banken in Gefahr?

Höchste Zeit, da die Gefahr für die Banken nicht mehr die Abschreibungen aus der Immobilienkrise in den USA waren, sondern der massive Entzug von Einlagen verstörter Kunden. Das Geschäft der Banken ist es Einlagen einzusammeln und als Kredite im Gegenzug auszugeben. Dispositionskredite, Ratenkredite und Immobilienfinanzierungen entstehen aus den Einlagen und stehen der Bank somit nicht täglich zur Verfügung. In einem normalen Umfeld entsteht hierdurch kein Problem, da kurzfristige Schwankungen über einen funktionierenden Geldmarkt ausgeglichen werden können. Doch genau hier lag das Problem. Der Handel mit kurzfristigem Geld war fast zum Erliegen gekommen. Da die Institute ihren eigenen Kapitalbedarf aufgrund der starken Abhebungen kaum noch einschätzen konnten und gleichzeitig befürchteten, dass andere Banken Ausleihungen eventuell nicht mehr zurückzahlen könnten, trocknete der Geldmarkt aus. Genau hier setzt das Regierungspaket an. Die Bürgschaften der Regierung sichern die kurzfristigen Kredite unter den Banken ab und dürften dafür sorgen, dass der Geldmarkt wieder funktioniert. Gleichzeitig sorgt das 70 Mrd. Kreditpaket der Regierung für eine Refinanzierungsmöglichkeit für Institute mit einer angespannten Liquiditätssituation. Banken haben nun die Möglichkeit sich über die Bundeskredite zu refinanzieren und diese bei Fälligkeit der ausgegebenen Kredite zurückzuzahlen. Dieses beherzte Eingreifen der Regierung sorgte für Entspannung und milderte die Angst der Anleger vor einem Bankenkollaps. Sicherheit steht allerdings noch immer bei den weiterhin verunsicherten Anlegern hoch im Kurs. Die Informationsflut der vergangenen Wochen hat die Anleger verunsichert und das Misstrauen sitzt tief. Es scheint, dass der deutsche Sparer verstanden hat, dass seine Sparguthaben sicher sind. Die gesetzliche Absicherung in Höhe von 90% der Einlage max. 20.000- Euro in Verbindung mit den Einlagensicherungsfonds der jeweiligen Verbände und der staatlichen Garantie brachte viele Anleger dazu ihr Geld wieder auf die Bank zu bringen. In Unkenntnis über die Sicherheit anderer Anlagen lösten sogar viele Anleger andere Anlageformen auf und flüchteten in die Einlagen. Anlageformen, die nicht als Einlagen gelten kamen so vermehrt unter Druck. Besonders zu spüren war dies am Anleihemarkt. Die Risikoprämien der Anleihen explodierten förmlich, teilweise ohne jede rationale Begründung.
Foto:ddp

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