EZB läßt Leitzins unverändert und deutet Zinserhöhung an

Weder der starke Euro noch der hohe Ölpreis und die Finanzkrise haben den Aufschwung in Deutschland gestoppt. Sicherlich ist dies auch darauf zurück zu führen, dass Deutschland führend in der Energieeffizienztechnik ist. Im Gegenteil, die Wirtschaft wuchs so stark wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um 1,5 Prozent zu, was dem höchsten Quartalsanstieg seit 1996 entspricht. Bei diesen guten Rahmenbedingungen ist es kein Wunder, dass die Inflation wieder verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses der EZB rückt. Hatten einige Marktteilnehmer noch die Hoffnung auf eine Zinssenkung vor der letzten Sitzung der EZB mehren sich nun die Anzeichen, dass die EZB im zweiten Halbjahr eine Zinserhöhung durchführen wird. Sehr deutlich betonte der Chef der Europäischen Zentralbank Trichet die Inflationsrisiken. Neben den hohen Preisen für Öl und Nahrungsmittel betonte er insbesondere die Gefahr von Zweitrundeneffekten. Die entstehen, wenn steigende Preise zu höheren Lohnabschlüssen führen und so eine Preisspirale entsteht. Trichet wiederholte ebenfalls frühere Aussagen, dass das Wachstum in der Eurozone moderat, aber stabil sei. Die Kombination der getätigten Aussagen legen die Vermutung nahe, dass der europäische Leitzins bis Ende des Jahres um 0,25 bis 0,5 Prozentpunkte angehoben wird.

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