Digitale Drucksachen
Seit digitale Kameras Ende der 90er-Jahre auf den Markt drängten, wächst der Absatz stetig – inzwischen besitzt jeder vierte Bundesbürger eine so genannte Digi-Cam, Tendenz steigend. Kein Wunder: Auf Knopfdruck und kinderleicht wandern Impressionen des wahren Lebens auf elektronische Speicherkarten. Falsche Belichtung, verwackelte Bilder oder ungewollte Schnappschüsse sind Schnee von gestern. Denn der Monitor im Fotoapparat zeigt das Bild sofort. Missglückte Aufnahmen können einfach wiederholt werden. Die neue Unbeschwertheit der Fotografie erspart einem so manche Enttäuschung.
Aber was dann? Wie kommen die gespeicherten Fotos ins Album? Das traditionelle Papierbild ist bei Hobbyfotografen nach wie vor äußerst beliebt. In der digitalisierten Bilderwelt gibt es dazu weitere Möglichkeiten, um beispielsweise Hotel, Strand und Sehenswürdigkeiten des Sommerurlaubes zu präsentieren.
Do it yourself
Der schnellste Weg zum Papierfoto führt über einen Tintenstrahldrucker: Man muss nicht erst warten, bis ein Labor die Bilder entwickelt und wieder zurück ins Fotogeschäft oder zum heimischen Briefkasten geschickt hat. Außerdem hat man nach dem Ausdruck eine unmittelbare Bildkontrolle und kann schlechte Abzüge mit anderen Einstellungen und verschiedenen Papiersorten neu drucken.
Die Option, Fotos am eigenen Computer vorab zu bearbeiten, kann die Qualität verbessern – aber für Laien auch sehr zeitaufwendig sein. Wer keine Schwäche für Bildbearbeitungssoftware, dafür eine Kamera und einen Drucker mit Pictbridge-Funktion (die meisten Modelle sind heutzutage damit ausgestattet) besitzt, kann die Fotos auch ohne Computer drucken. Trotz aller Freiheiten sollte man bei der Produktion am eigenen Schreibtisch nicht die Materialkosten aus den Augen verlieren.
Ab ins Labor
Die preiswertesten Abzüge von digitalen Bildern gibt’s über das Internet. Schnappschüsse und gestellte Bilder werden vom PC übers Datennetz ans Labor gesendet. Nur Tage später landen die Abzüge dann im Briefkasten – in Postkartengröße ab rund zehn Cent pro Foto. Dabei ist im Vergleich zum eigenen Ausdruck die Qualität meist besser, Farben und Oberflächen beständiger. Einen ähnlichen Service bieten größere Fotofachgeschäfte, Drogerien und Elektro-Discounter vor Ort: Hier stehen Selbstbedienungsterminals, die den eigenen PC ersetzen und an denen man Daten von der Speicherkarte überspielt sowie die gewünschten Abzüge in Auftrag gibt.
Doch neben Qualitäts- und Preisvorteil kann das Drumherum nerven: lange Übertragungszeiten bei ISDN- oder Modem-Verbindungen und unübersichtliche Webseiten beim Online-Bestellvorgang. Dazu ärgern Formatdifferenzen. Die meisten Digitalkameras liefern Fotos im Seitenverhältnis 3:4 (zum Beispiel 10 mal 13,3 Zentimeter), fast alle Labore entwickeln dagegen im klassischen Format 2:3 (zum Beispiel 10 mal 15 Zentimeter). Das heißt, es gibt drei Varianten. Erstens: Die Fotos werden bei der Entwicklung im Labor willkürlich beschnitten, und Bildteile fallen weg. Zweitens: Auf dem Papier entsteht links und oder rechts ein weißer Rand. Oder drittens: Man kürzt jedes Foto selbst vor der Entwicklung am PC auf das Format 2:3 und entfernt langweilige Ränder. Das ist zwar aufwendig, lohnt sich aber.
Es geht auch ohne Druck
Tolle Aufnahmen müssen nicht immer auf Papier gedruckt werden. Wie wäre es stattdessen mit einem Diaabend der digitalen Art? Längst laufen Fotoshows direkt im Fernseher oder auf dem Computermonitor. Grafische Übergänge wirken lebendiger als nacheinander vorgeführte Einzelbilder. Mit Computer und einer geeigneten Software (siehe Webtipps) ist es ohne Fachkenntnisse möglich, ein paar Bildern das Laufen zu lehren. Ihre Arbeit als Regisseur ist einfach: ausgewählte Schnappschüsse in die gewünschte Reihenfolge bringen, Übergänge und Hintergrundmusik wählen und nach Belieben eigene Kommentare hinzufügen.
Und wenn sich Ihre Verwandtschaft vor einem modernen Fotoabend drückt, senden Sie der Sippe die Bilder einfach per Mail zu oder legen ein Online-Album (siehe Webtipps) an. Das kann dann jeder Onkel ansehen – und seinen Kommentar abgeben.
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